Die Vision als Begriff

Von der Wahrheit, einer Vorstellung
zwischen Wahnsinn und Unsinn

Die Vision als Abbildung der Einbildung, ist die Bildung bildlicher Vorstellungen, von dem was war, ist und sein wird, unabhängig von der Möglichkeit wirklich zu sein, unterliegt sie nur unserem Willen und Vorstellungsvermögen, denn nichts ist, was nicht Vision währe. Alles menschliche Bewußtsein ist Vision des Wahren, von dem wir zwar nichts Wissen können, wie uns der Große Sokrates lehrte, von dem wir aber glauben wollen und müssen, daß sie so sind wie sie sich uns als Vision darstellen.

Visionen sind also das Einzige, von dem wir wirklich Wissen können. Sie sind unsere Vorstellungen von dem was ist, was wir gerne hätten daß es währe und auch von dem was unmöglich sein kann. Kurz es sind die plastisch, bildlichen Verdichtungen von Ideen, die dem Visionär die Möglichkeit einer Raumzeit unab-hängigen Einsicht, in die Welt der unbegrenzten Freiheit geben.

Über Unsinn und Wahnsinn in der Vision

Die ideale, visionäre Welt der Freiheit, unterteilt sich in das Mögliche, welches wir durch den sechsten Sinn, den Wahnsinn erfassen und in das Unmögliche, welches uns durch den siebten Sinn nämlich den Unsinn erfassbar wird. Diese persönliche Welt der Freiheit, die subjektive Welt der Vision, ist nur durch die Erweiterung der fünf klassischen Sinne, um diese zwei menschlichen Sinne des Geistes, erfahrbar.

Ein unwiderstehlicher Drang im Menschen zwingt uns, mit der Natur in Konkkurenz zu treten, um diese in unserem Sinne zu verbessern, was dem Menschen eine, im Folgenden ansatzweise zu klärende, übernatürliche Verantwortung auferlegt.

Die "ausschließlich sinnvolle Natur" (Frage: ist die Natur ausschließlich Sinnvoll? Macht das Treiben der Fliege an der Fensterscheibe einen Sinn und wenn ja welchen ?) hat den Menschen hervorgebracht.

Das einzige vernunftbegabte Wesen, in der uns bekannten Natur, dem es möglich ist Visionen zu haben und diese, seinem Willen gemäß und ihrer Möglichkeit entsprechend, in die Tat um zu setzen. Realisierte Visionen sind alle artefakten, künstlichen Dinge, die wir aus der Natur, unter Verwendung unseres Geistes, erschaffen haben. Die Kunst aus Visionen Neues entstehen zu lassen, ist die dem Menschen eigene Fähigkeit der Synthese aus Geist und Natur.

Der menschliche Erfindergeist, der aus dem Reich der Vision schöpft, unterliegt dem Gesetz von der Notwendigkeit, nach dem der Sinn der realisierten Vision zu beurteilen ist. Durch die unbegrenzte Freiheit im visionären Schaffen, entsteht zwangsläufig die Möglichkeit, anscheinend Sinnloses zu schaffen. Dies scheint einen Widerspruch in sich dar zu stellen, denn wenn in der Natur alles einen Sinn hat und diese somit ausnahmslos sinnvoll ist, stellt sich die Frage: Woher kommt die menschliche Fähigkeit Sinnloses, Unsinniges zu tun? Hat der Unsinn den der Mensch zwangsläufig im Verlaufe seines Lebens tut vielleicht auch einen Sinn und wenn ja welchen?

Wahnsinn und Unsinn bedingen sich gegenseitig, wie alle dualistischen Gegensätze, ist ohne das Eine, das Andere nicht denkbar. Genauso ist es auch mit der Vernunft, ohne diese gäbe es auch keine Unvernunft.

Der Sinn der allem, auch dem kleinsten Krümel dieser Welt, inne wohnt und nur im Menschen die Möglichkeit seines dualistischen Gegensätze manifestiert, ist der gleiche, der einem jeden von uns inne wohnt, der ständig ruft "erkenne mich" und der das ganze Universum beseelt.
 

Der Philosoph vom Dienst

Ulrich Kirchhof

Beitrag veröffentlicht am 14.Februar 1997

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