- Wissen
Alles was wir wahrnehmen können, sind Differenzen zwischen Wissen und Nicht-Wissen, nicht jedoch absolutes Wissen. Wissen wird vom Menschen erzeugt, indem Bedeutungen und Kontexte in unserem Gedächtnis abgerufen, aktualisiert und verändert werden. Bereits Fichte betonte, daß die ganze Sinnenwelt nur durch das Wissen entsteht und selbst unser Wissen ist./1/ Lyotard hob hervor, daß die Legitimierung von Wissen von nirgendwo anders herkommen kann, als von der sprachlichen Praxis durch intensive Kommunikation./2/ Bei der zukünftigen Wissensvermittlung stehen nicht mehr allein die Inhalte und die navigatorische Suche nach diesen im Mittelpunkt, sondern auch die Gestaltung von Interfaces und von neuen Methodiken und Sprachen.
Wissen hat erfahrungsgemäß eine gewisse Vagheit, d.h. es hat eine gewisse Unschärfe. Dies hängt mit den unterschiedlichen Erkenntnishorizonten der Teilnehmer sowie mit der Relativität des Wissens an sich zusammen, da wir immer an neue Grenzen gelangen und es deshalb kein absolutes Wissen geben kann. Wissen entsteht durch Bewußtsein und Rückkopplung von Daten und Interferenz von Gehirnen. Der Ordnungsprozeß von Daten erfordert eine Interpretationsleistung, während die Interferenz mit anderen Teilnehmern maßgeblich für die Bedeutungszuweisung verantwortlich ist. Der Mensch durchläuft hierbei im Rahmen seiner Interaktionen einen Evolutionsprozeß seines Wissens, welches ihm Anpassungen an veränderte Situationen ermöglicht. Das Wissen über unser eigenes Denken ist wie Descartes betonte, hierbei sicherer, als das Wissen über die äußere Welt./3/
Die nachkapitalistische Gesellschaft ist eine Gesellschaft des Wissens und der Organisationen, die Attraktoren für die fähigsten Menschen sein werden./4/ Neben dem sichtbaren Wissen gibt es auch ein unsichtbares Wissen, das erst durch die Interaktionen der Teilnehmer entsteht. Das Entstehen von Wissen ist von der Initiative des Einzelnen und dessen Interaktion mit der Gruppe abhängig. Hierbei ist vor allem der Begriff der Redundanz entscheidend, da oftmals ein häufiger Dialog und eine intensive Kommunikation den Grundstein für Inventionen und Erfindungen legt. Da das menschliche Gehirn im Bereich der Speicherung von und der Navigation in Datenmengen Schwächen aufweist, kann uns insbesondere der Aufbau neuartiger quervernetzter Kommunikations- und Datenstrukturen in Form von Hyperlinks bei der Erzeugung neuen Wissens unterstützen. Die unsichtbaren Trajektorien, die Texte miteinander verbinden, sind im World Wide Web die Hyperlinks, die ein multidimensionales und anti-hierarchisches Netzwerk formen. Wissenserzeugung sollte auch bei Unternehmen weder von oben noch von unten gesteuert werden, sondern von allen Netzwerkknoten der Unternehmens gemeinsam. Letztlich beruht Zivilisation auf der Tatsache, daß wir alle aus Wissen Nutzen ziehen, das wir nicht besitzen,/5/ da dieses physisch in den Büchern der Bibliotheken oder in virtuellen elektronischen Medien gespeichert ist, auf die wir bei Bedarf zugreifen.
- Nutzen der Chance
Wer heute das Internet naiv, ohne Emanzipation der Bürger gestalten will, baut die Evolution auf Sand. Die Folge sind Turbulenzen, d.h. ein Anti-Gutenberg-Effekt, bei dem kein fundamentaler Paradigmenwechsel bei der Vermittlung von Wissen stattfindet, sondern eine Wissensmonopolisierung. Um den Gutenberg-Effekt zu erzielen sind Spiegel der Gegenwart und Vergangenheit notwendig, die Wissen weiterverbreiten und ermöglichen dieses redundant an unterschiedlichsten Stellen zu speichern. Redundanz erfordert viele Spiegel zur Speicherung von Wissen zu besitzen. Die Evolution des Wissens kann nur dann funktionieren, wenn dieses wie die Pflanzen in einem botanischen Garten gepflegt wird. Im Rahmen der Bildungspolitik bedeutet dies, daß Professoren die Jugend streicheln. Tun sie dies nicht, werden sie ihrem Lehrauftrag nicht gerecht und die Bildung verkümmert.
Das Internet ist ein fundamentaler Evolutionsschritt, ähnlich wie die chemische Evolution oder die Evolution der Sprache. Jede Evolution zeichnet sich dadurch aus, daß neue Attraktoren gebildet werden. Poppers Welt 3 ist ein bekannter Bereich, der durch die Virtualisierung der Gesellschaften neu operationalisiert werden kann. Wissen ist ein Form der Intelligenz, die auch dann in Speichern weiterbesteht, wenn sich niemand findet, der dieses weiterentwickeln kann. Wird es jedoch weiterentwickelt, so können neue Formen der Intelligenz erschaffen werden. Im Internet kann jeder daran teilnehmen, dieses Wissen weiterzuentwickeln. Das Internet schafft eine neuartige Kultur der Emanzipation und Selbständigkeit, aber auch der Beschleunigung der Wissenschaft. Da diese von Neuem lebt, wird das Internet zu einem Katalysator, einem Medium, welches die Umlaufgeschwindigkeit und die Ausbreitungsrate von Wissen in ungeahnter Weise erhöht.
- Limitology
Die Limitology und die Evolution von Wissen sind eng miteinander verbunden. Anaxagoras, dessen Grabspruch lautete "Hier ruht der, der am meisten über die Grenzen des Wissens nachgedacht hat", ist der Erfinder der Limitology, der Wissenschaft von den Wissensgrenzen. Diese Grenzen sind gleichzeitig die Grenzen unserer Wirklichkeitskonstruktion, d.h. dessen was wir über die Welt in der wir leben aussagen können. Das Nachdenken über Wissensgrenzen hat ebenso wie die Erweiterung des Wissens nur ein Ziel, die Mündigkeit der Teilnehmer zu vergrößern. Wissen kann als eine Art freie Energie aufgefaßt werden, die um so höher ist, je größer die Umlaufgeschwindigkeit und die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Wissen in den Cybernetzen ist. Beispiele für Grenzen des Wissens sind der Maxwellsche Dämon, Anaximanders Schnitt und Gödels Theorem.
Interfaces evolvieren durch die Kommunikation und die Erzeugung von Wissen, weshalb es darauf ankommt, Infrastrukturen zu schaffen, die diese Prozesse unterstützen. Jedoch haben Interfaces immer ihr Endo-Limit, d.h. man kann von innen nicht alles erkennen. Jemand der in der Welt ist, hat immer nur einen begrenzten Zugang zu dieser. Bei der Nutzung von Wissen kommt es darauf an, sich ständig zu verändern und neuen Bedingungen anzupassen. Wissen ist wie ein Feuer, das verlöscht, wenn es keine Nahrung erhält oder gespeichert wird. Die Erhaltung des Wissens funktioniert nur in einem reaktorähnlichen Prozeß, weshalb Gemeinschaften und Zivilisationen, deren Produktionsrate von neuem Wissen geringer ist, als die der Wettbewerber, zusammenbrechen. Bei der Evolution von Wissen handelt es sich um einen Prozeß der Nutzung von altem Wissen, welches redundant gespeichert werden muß und der Erzeugung von neuem Wissen, welches einen ständigen Treibstoff benötigt, der Lernen und Neugier heißt. Diese führen uns stets aufs Neue an die Grenzen des Wissens und helfen uns diese Grenzen zu erweitern. An den Endo-Limits zu operieren, bedeutet ein Kommunikationssystem zu haben, das einen konstanten Zugriff auf Wissen ermöglicht und welches sich durch die Hilfsbereitschaft der Teilnehmer auszeichnet.
- Anwendungswissen versus Wissenschaft
Was unterscheidet Anwendungswissen von der Wissenschaft? Es ist die Länge der Kette, die Wissenschaft unabhängig vom Anwendungswissen macht. Anwendungswissen ist ein Spezialwissen, welches auf Elektronischen Märkten gehandelt wird, während Wissenschaft ein interdisziplinäres Wissen repräsentiert, welches kostenlos in den Städten des Wissens abgerufen werden kann. Da Anwendungswissen für seinen Verkauf geschaffen wird/6/, kommt es auch darauf an, ein Preisbewußtsein für Wissensanwendungen und die Leistungen von Wissensarbeitern (Symbolanalytikern) zu entwickeln. Wissensarbeit sollte jedoch nicht primär durch Kosten definiert werden, sondern vor allem durch die erzielten Resultate./7/ Während Anwendungswissenschaft lokal, linear und spezialisiert operiert, versucht eine freie Wissenschaft global, parallel und redundanzbasiert zu arbeiten. Die Schaffung neuen Wissens steigert die Leistungsfähigkeit von Interfaces. Ziel jeglicher Wissenschaft ist es hierbei das Unwissen zu verringern und die Neugier zu befriedigen. Um dies zu erreichen, wird das bisher Undenkbare gedacht und es wird nach Wegen gesucht, dieses evolutionäre Gedankengut zu beweisen. Wissenschaft ist zu einem großen Teil auch die Suche nach Wunsch-Maschinen, die unsere Wunschträume Wirklichkeit werden lassen. Dies geht jedoch nur, wenn die Wissenschaft frei bleibt und nicht durch Überwachungs-Maschinen daran gehindert wird.
Ein besonderer Wunsch des Menschen ist es, seit jeher Zeit-Maschinen zu durchwandern. Everetts Quantentheorie könnte diesen Wunsch Wirklichkeit werden lassen. Genau genommen handelt es sich bei der erhofften Zeit-Maschine, um nichts anderes als um eine Wanderung zwischen verschiedenen Everett-Welten. Wenn Wissens-Navigation die Wanderung in den Parallelwelten des World Wide Web ermöglicht, so könnte in den Parallel-Welten von Everett ein Quanten-Navigator Zeitreisen ermöglichen. Somit besteht theoretisch die Chance, von innen alles erkennen zu können - unter der Voraussetzung, daß es eine Quanten-Navigation gibt, die es erlaubt, aktuelle Grenzen des Wissens zu überwinden. Das Problem hierbei ist die Kontrafaktualität, d.h. daß es hierzu notwendig wäre, auch Naturkonstanten als variable Größen aufzufassen, obwohl sie dies den Fakten nach nicht sind. Diese für die Naturwissenschaften fast ketzerische These, ist jedoch gar nicht so abwegig, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. In einer Welt der relativen Interfaces, in der Vergänglichkeit und nicht Stillstand die Regel ist, wäre es geradezu ein Anachronismus, wenn über gewisse Zeithorizonte konstante Größen, sich nicht doch verändern würden. Im Grunde genommen sind absolute Größen totalitär, weil diese die Evolution behindern - ErstesInfragestellungstheorem. Wenn unsere Messungen von unserem Interface abhängen, so wird uns die Veränderung unserer Interfaces zukünftig auch andere Meßergebnisse bescheren. Boscovich hat dies erkannt, weshalb die Differenz die einzige Konstante ist, die es in unseren Parallelwelten gibt. Leben wir in einer scheinobjektiven Welt, die nicht subjektiv ist, sondern intersubjektiv? Ein Endo-Navigator kann im Prinzip einen Exo-Navigator erzeugen, der die Welt verändert. Damit wird die Realität im Popperschen Sinne falsifizierbar. Die Realität wird als Interface-relativ entlarvt.
- Spiel mit dem Wissen
Der spielerische Umgang mit alternativen Parallelwelten wird durch den Aufbau von virtuellen Zivilisationen zum evolutionären Prinzip schlechthin avancieren. Die kambrische Evolution der physischen Arten wird durch die virtuelle Evolution des Wissens ergänzt, wobei vielleicht Everetts Parallelwelten die Vermittlerrolle zwischen den unterschiedlichen Konstruktionen der Wirklichkeit übernehmen. Die Natur scheint mit Variationen, Wachstumsgeschwindigkeiten und Reproduktionen zu spielen, wobei dieses Spiel jedoch einer bestimmten Strategie folgt und hierbei die Naturgesetze berücksichtigt. Mit der biogenetischen Evolution ist nicht mehr allein Versuch und Irrtum für die Gewinnung von Wissen verantwortlich. Die entstehenden Ordungsmuster wirken selbst auf die Evolultion zurück. Das genetische "Wissen" in Form von Codierungen ist hierbei zur entscheidenden Größe avanciert. Es erlaubt Vorhersagen über das Wissenspotential von Lebewesen und kann in Wissensdatenbanken genutzt werden. Mit der Evolution der Arten wurde im Rahmen der DNA das Anwendungswissen geschaffen, welches uns heute die Evolution der freien Wissenschaft, das Spiel mit dem Wissen, als Aufgabe stellt. Auch dieses Spiel folgt bestimmten Regeln und ist durch bestimmte Geschwindigkeiten gekennzeichnet. Die Grenze des Spiels mit dem Wissen ist hierbei nicht die Lichtgeschwindigkeit, sondern die Durchdringungsrate von Parallelwelten. Nicht hierbei wirksame Energie ist eine besondere Form des Wissens, die es Interfaces ermöglicht, die Evolution des Wissens voranzubringen.
Selektion, Mutation und Komplexität werden ergänzt durch die Umlaufgeschwindigkeit und die Ausbreitungsgeschwindigkeit eines Interface mit neuem Wissen. Je schneller sich das Wissen ausbreitet, desto effizienter können sich Interfaces, wie z.B. virtuelle Zivilisationen oder interaktive Enzyklopädien, entwickeln. Virtuelle Zivilisationen und interaktive Enzyklopädien werden in ihrer Anzahl fluktuieren, wobei sie ihre Lebensräume bzw. Wissensräume unter verschiedenen Selektionsbedingungen erproben. Codierung und Geschwindigkeit sind die elementaren Größen für die Entwicklung zukünftiger Wissensgesellschaften. Jede reelle Zahl repräsentiert eine Universalbibliothek, da jeder beliebige Code in ihr aufgefunden werden kann. Entscheidend ist sozusagen nur mit welcher Geschwindigkeit Codierungen in dieser Universalbibliothek gefunden werden. Quanten-Computer werden hier ungeahnte Möglichkeiten des schnellen Auffindens von Codierungen ermöglichen, wobei Everett-Welten zum Verschmelzen (Interferieren) gebracht werden. Werden uns Quanten-Computer aufzeigen, daß nichts in dieser Welt konstant ist, wie bereits Leibniz erkannte und daß das Jetzt nur in einem einzigen Augenblick exisitiert?
- Mikroskopische Interfaces
Der Übergang vom makroskopischen Interface der Einsteinschen Relativitätstheorie zu einer Mikrorelativitätstheorie könnte als bedeutendste Implikation die Infragestellung von Naturkonstanten haben. Wenn die Naturkonstanten nur noch in den jeweiligen Everett-Welten konstant sind und miteinander interferieren, dann wird die Physik zu einem Spezialfall einer universellen Zeit-Maschine. In dieser Zeitmaschine wandern keine Körper, sondern Seelen. Das Internet, mit seinen Möglichkeiten, vielfältige Rollenspiele durchzuspielen, ist ein körperloses Medium, welches mit der Endophysik, die erste körperlose Physik hervorgebracht hat. Die Endophysik schaut von innen auf die Exo-Welt und kann, wenn ein geeignetes Interface gefunden wird, den Rest der Welt von Innen verändern.
Damit würde eine "metaphysikalische Technologie" möglich, die auf der Konstruktion eines geeigneten Interfaces basiert. Dieses Interface kann durch den Interferenz-Effekt von Everett-Welten geschaffen werden. Die Weiterentwicklung des Wissens durch Interferenz von Gehirnen ist das Zweites Infragestellungstheorem. Die Interferenz von Gehirnen entspricht Endo-Schnitten, die Exo-Gehirne erregen und beeinflussen. Interferenz-Effekte in Quanten-Computern wären somit nichts anderes als Interferenz-Effekte zwischen Endo-Gehirnen, wobei beliebige Exo-Gehirne zu Endo-Gehirnen werden können, wenn diese im Rahmen von Interferenzen mit einbezogen werden. Jede Everett-Welt hängt ab von den Interferenz-Effekten in einem Endo-Gehirn (Drittes Infragestellungstheorem), wobei jede Everett-Welt mindestens ein menschliches Endo-Gehirn enthält.
- Delphin-Kommunikation
Delphine und Wale leben im größten Tauchgebiet unseres Planeten, den Weltmeeren, der größten physischen Endo-Welt unseres Planeten. Sie haben dort ihr eigenes Internet geschaffen als eine wässrige Immersion, um in der Analogie zum Cyberspace zu bleiben. Dort haben sie ein weltumspannendes Universum der Kommunikation entwickelt. Sie sind die Mozarte des Wassers, die Komponisten der Humanität und Hilfsbereitschaft. Zwar wissen wir nur wenig darüber, was die Delphine und Wale kommunizieren, aber eines ist sicher, daß diese Tiere auf Kommunikation bauen, statt auf materielle. Delphine streben nicht nach Reichtum, sondern nach Verbesserung ihrer Kommunikation. Die sozialen Gemeinschaften, die Delphine und Wale entwickelt haben, weisen eine Vielzahl von Ähnlichkeiten auf zu den virtuellen Gemeinschaften im Internet, wie z.B. den Multi User Dungeons oder den sich gerade entwickelnden "Virtual Communities". Das Tauchen in den noch nahezu unerforschten Weltmeeren ist selbst nach 100 Jahren Industrialisierung ein besonderes Abenteuer. Tauchen in den Weltmeeren offenbart Tausende von Geheimnissen und Millionen bisher unentdeckter Kreaturen - fast wie im Cyberspace, wo informelle Kontakte und Millionen neuer Spezies durch die Evolution des Wissens entstehen.
Die Gehirne von Delphinen und Wale dürften ebenfalls Interferenzen ausbilden. Eine der spannendsten Fragen der Zukunft wird deshalb sein, inwieweit wir die Interferenzen zwischen der Welt der Delphine, Wale und der Welt des Menschen verstehen können. Die Delphine und Wale haben längst vor dem Menschen ein globales Gehirn entwickelt. So gibt es bei den Buckelwalen alljährlich einen Wettbewerb um die erfolgreichsten Gesänge, von denen sich jeweils im Herbst der erfolgreichste durchsetzt. Roger Payne und seine Frau haben gerausgefunden, daß die Gesänge der Buckelwale gereimt sind, es gibt somit einen Verstand in den Weltmeeren ("Mind in the waters" im Sinne Joan Mc Intyres). Delphine und Wale leben an der Schnittstelle der Wasser- zur Luftwelt. Als Säugetiere müssen sie an die Oberfläche kommen, um dort zu atmen. Delphine und Wale bilden ein gemeinsames Interface, ein globales Gehirn der Weltmeere.
Wenn es gelingt, das Universum dieser Tiere zu verstehen, werden wir dem Guten einen Schritt näher kommen. Delphine kennen das Böse wahrscheinlich nicht, zumindest nicht die gefährliche praktische Seite des Bösen. Sind Delphine Tiere und somit autistisch oder sind diese in ihrer Intelligenz dem Menschen ebenbürtige Partner, die ebenfalls zur Erkenntnis des Guten (Nichtautismus) fähig sind? Ohne Erweiterung unserer Grenzen des Wissens, der Limitology, werden wir Menschen keinen neuen Gutenberg-Effekt erzielen, sondern wir werden scheitern. Deshalb kann die Herausforderung nur heißen, genügend Mut aufzubringen, das bisher undenkbare zu denken und unsere Interfaces zu erweitern, um andere Interfaces zu verstehen und uns besser in diese hinein versetzen zu können.
Artur P. Schmidt und Otto E. Rössler
Vorabdruck aus dem Buch Die Wissens-Ökonomie, Haupt-Verlag 1999 von Artur P. Schmidt und Otto E. Rössler
1 Vgl. Fichte (Bestimmung), 102. 2 Vgl. Lyotard (Wissen), 122. 3 Vgl. Heisenberg (Physik), 63. 4 Vgl. Drucker (Society), 215. 5 Vgl. Hayek (Regeln), 31. 6 Vgl. Lyotard (Wissen), 24. 7 Vgl. Drucker (Executive), 7. |
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